Die AHK Neuseeland hat im Rahmen der Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN) ein neues Projekt gestartet: „Abfallströme in Fidschi und den Cookinseln – vom Problem zur Ressource“. Das Vorhaben soll die Entwicklung nachhaltiger Abfall- und Kreislaufwirtschaftslösungen in zwei Pazifikstaaten unterstützen, die vor wachsenden Herausforderungen im Umgang mit Abfällen stehen.
Begrenzte Flächenverfügbarkeit, hohe Transportkosten, geografische Isolation und fehlende Recyclinginfrastrukturen erschweren in Fidschi und auf den Cookinseln eine nachhaltige Bewirtschaftung von Abfällen. Wertstoffe wie Kunststoffe, Metalle, Glas und Elektroaltgeräte können häufig nur eingeschränkt erfasst oder verwertet werden, während unsachgemäße Entsorgung Umweltbelastungen für sensible Küsten- und Meeresökosysteme verursachen kann.
Im Rahmen des Projekts wird eine strukturierte Sondierungsstudie durchgeführt, die bestehende Daten, politische Rahmenbedingungen und Erkenntnisse aus Stakeholdergesprächen zusammenführt. Ziel ist es, zentrale Abfall- und Stoffströme, bestehende Infrastrukturen, Logistiksysteme und institutionelle Rahmenbedingungen zu analysieren und Potenziale für Sammlung, Verwertung und Recycling zu identifizieren.
Im Zuge der Studie führte die AHK Neuseeland im August 2026 zahlreiche Stakeholdergespräche und Standortbesuche in Fidschi und den Cookinseln durch. Dabei wurden kommunale Verwaltungen, Recyclingunternehmen, staatliche Institutionen, Infrastrukturbetreiber sowie Vertreter der Privatwirtschaft eingebunden. Besuche von Recyclinghöfen, Kompostierungsprojekten, Deponien und Hafeninfrastrukturen ermöglichten wertvolle Einblicke in bestehende Stoffströme sowie in die praktischen Herausforderungen und Potenziale der Abfall- und Kreislaufwirtschaft im Inselkontext.
Die Gespräche vor Ort haben gezeigt, dass erfolgreiche Lösungen nicht allein von technischen Ansätzen abhängen. Ebenso entscheidend sind logistische Rahmenbedingungen, Marktgrößen, institutionelle Zuständigkeiten und die Möglichkeiten zur Weiterverwertung oder zum Export von Wertstoffen. Die vor Ort gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, bestehende Datengrundlagen zu validieren und realistische Entwicklungspfade für eine stärkere Kreislaufwirtschaft in der Region abzuleiten.
Durch die Einbindung von Behörden, Infrastrukturbetreibern, Unternehmen und regionalen Organisationen entsteht eine belastbare Entscheidungsgrundlage für mögliche Folgeprojekte, Machbarkeitsstudien, Pilotvorhaben und Investitionen. Gleichzeitig soll das Projekt dazu beitragen, Ressourceneffizienz zu stärken, Umweltbelastungen zu reduzieren und die Entwicklung kreislaufwirtschaftlicher Ansätze im Pazifikraum voranzubringen.
Die Auswahl von Fidschi und den Cookinseln ermöglicht die Betrachtung zweier unterschiedlicher Inselökonomien mit verschiedenen strukturellen Voraussetzungen und Herausforderungen. Die gewonnenen Erkenntnisse können daher auch für andere Inselstaaten im Südpazifik von Bedeutung sein.
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Iris Heinz
Abteilungsleiterin DEInternational, Projekte & Services
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Karoline Spiessl
Research Consultant